Adieu AfD – Abschied von demokratischen Grundwerten

Heute hat es ein Individuum sehr schwer, ein anderes anzusprechen, denn trotz „Kommunikationsgesellschaft“ werden die babylonischen Hürden und der Genderwahn immer unüberwindlicher. Entweder ist der Empfänger dank In-Ear-Phone gar nicht mehr in der Lage die Außenwelt wahrzunehmen, oder aber die Ansprache wird gleich mal präventiv als sexistisch, rassistisch oder diskriminierend ausgelegt. Dazwischen gibt es wie immer, nur noch sehr wenige vertretbare Schattierungen. Nun scheint es aber vermehrt so, dass das Individuum an dieser Stelle nicht mehr alleine steht, längst haben es auch Gruppierungen schwer, sich gehör zu verschaffen. Allen Gruppierungen gemein ist, dass diese gegen die vorgegebene Meinungs-Monokultur verstoßen – sprich ungenehmigt ihre andere Sicht der Welt haben. Was früher noch in einem Diskurs endete, für das fehlt heute einfach die nötige Zeit – stehen doch längst die FeindBILDer unantastbar vor uns! Wozu sich da noch mit den Argumenten dieser Gruppen befassen?

Keine Alternative-fuer-Deutschland-Logo-2013-01Im kommenden März stehen wieder Landtagswahlen an, auch in BaWü, da läuft die Propagierung der FeindBILDer zwangsläufig auf Hochtouren. Alledem nicht genug. Aktuell versucht man gerade nicht nur den sprichwörtlichen Baum zu fällen, nein, man will gleich das erkannte Übel an der Wurzel packen und ausreißen. Bei der AfD gelingt das am einfachsten indem dieser Partei keine geeigneten Räume bietet, ihre Treffen abzuhalten. Das geht auch ganz ohne Gesetz bei einer missliebigen Partei, da muss sich die „Wirtschaft” nur einig sein. Unlängst konnte das die AfD in Karlsruhe erfahren. Die Zusage für das KSC-Clubhaus hatte sie längst erhalten, dauert es nicht lange bis politischer und (a-)sozialer Druck auf den Pächter ausgeübt wurde. So begann der Fraktionsvorsitzende der Karlsruher SPD, Parsa Marvi, die Hetze gegen die AfD mit einer Pressemitteilung und den Worten:

„Im eigenen Clubhaus rechten Hetzern eine Bühne zu bieten, das steht dem KSC nicht gut zu Gesicht“

Selbstredend, dass man die gebotene Chance nutzt, ist doch der KSC-Präsident auch gleichzeitig CDU-Bundestagsabgeordneter:

„Als größter Karlsruher Verein muss der KSC deutlich auf Distanz zu Gruppierungen wie der AfD gehen. Ich erwarte, dass der KSC-Präsident hier ein deutliches Signal setzt.“

LEGAL – ILLEGAL – SCHEISSEGAL

merkel medyzin medizin tabletten pillen bevormundungWenig später folgte dann auch die wohlwollend initiierte und damit präventiv implizierte Absage des Pächters. Wer einen Eindruck bekommen will, welcher Druck auf den Pächter ausgeübt wurde, damit er diesen Vertragsbruch begeht, kann sich in diesem Video (gelöscht) Beitrag … [Focus] ein eigenes Bild davon machen. Die Karlsruher Linken konnten darauf hin nur noch per Pressemitteilung nachtreten und die Absage befürworten, um nachträglich schnell ihr Fähnchen in den „richtigen“ Wind zu hängen.

Die weitere Suche nach alternativen Veranstaltungsorten liest sich dann wie ein Trauerspiel Abenteuerroman, mit immer dem gleichen Schema: mündliche Zusage, AfD veröffentlicht den neuen Ort für die Teilnehmer*innen, Minuten später dann die Absage des Pächters – neue Suche nach Räumlichkeiten und neue Runde des Trauerspiels. Wer noch Einzelheiten lesen will, kann dies hier tun: Sagt jetzt auch die dritte Location ab? – an den Leserkommentaren sieht man die kontroverse Diskussion, wie auch die offene Schadenfreude einiger Zausel, deren Demokratieverständnis tief blicken lässt.

Die AfD zieht nach dem Spießrutenlauf in Karlsruhe folgendes Fazit: AfD-Event in Karlsruhe nicht erwünscht

„Die Veranstaltung «Mut zur Wahrheit – das Scheitern der Alternativlosen Politik» kann nun leider aufgrund von Drohungen und Diffamierungen nicht stattfinden. Nach mehreren Absagen war es der AfD leider nicht möglich, so kurzfristig einen Versammlungsraum für den geplanten Vortragsabend mit Alexander Gauland zu organisieren. Wir, die AfD Karlsruhe-Stadt, sehen uns jedoch leider in unserer großen Sorge um die Demokratie, die Meinungsfreiheit und die Diskussionskultur in unserem Land bestätigt.“

Das dies kein lokales Problem, sondern bereits ein globales Deutschland-Problem ist, zeigen andere Fälle aus Berlin, Dortmund und anderen Städten aus NRW, wie auch aus Bayern und Hessen: Große Städte sperren die AfD aus. Die Rechnung scheint aufzugehen, reichen doch dem Pächter ein paar gut gemeinte Ratschläge seiner Stammgäste, wenn nötig mit der Drohung sich in Zukunft ein anderes Lokal zu suchen. Wem das noch zu wenig ist, so darf frei spekuliert werden, bekommt er einen Hinweis auf die Kosten neuer Fensterscheiben oder gar der Reinigung Graffiti-verschmierter Wände. Aber auch die Presstituierten tragen sicher gerne dazu bei, den „rechten“ Sumpf trockenzulegen.

Interessant dabei ist die Ignazio Silone zugeschriebene Aussage:

„Wenn der Faschismus wiederkehrt, wird er nicht sagen: «Ich bin der Faschismus» Nein, er wird sagen: «Ich bin der Antifaschismus»

Werden wir hier als Volk für Dumm verkauft? Sind längst die Links stehenden Parteien, wie Grüne, SPD und Linke die eigentlichen Erbauer des NEO-Faschismus im Gewande des Antifaschismus? Ob wir alsbald mit der Ausrichtung einer konsortialen „Republik-Durchblicks-Nacht“ rechnen müssen, wo dem Bürger von allen Parteien, mit Ausnahme der ungewollten, die Werte der Demokratie mit Scherben serviert werden? Diese Frage werden wir wohl nur klären können, wenn alle Richtungen auch tatsächlich zu Worte kommen. Erst dann kann man sich am Wahltag für eine dieser Entscheiden. Unterdrückt man jedoch die umstrittenen Parteien, wie aktuell die AfD, so fehlt etwas – egal wie man zu dieser Partei stehen mag!

Müssen wir erst bis zum Wahltag warten, bis die politisch Stummen ihr Protestkreuz irgendwo machen, ohne überhaupt eine leise Ahnung von dem Parteiprogramm zu haben oder sollten wir die Zeit nutzen, uns mit den Inhalten auseinanderzusetzen? Geht man davon aus, dass die neuen Parteien ähnlich wie die alten Parteien agieren, deren Zusagen im Wahlprogramm nach der Wahl niemanden mehr zu interessieren scheint, dann erübrigt sich die Reaktion auf dieses undemokratische Verhalten.

Was sich jedoch nicht erübrigen sollte, bringt das Voltaire zugeschriebene Zitat auf den Punkt:

Voltaire - Ich mag verdammen, was du sagst, aber ich werde mein Leben dafuer einsetzen, dass du es sagen darfst

StaatsZeuge
Über StaatsZeuge 41 Artikel
Als StaatsZeuge habe ich das Schwert zur Feder gemacht und bezeuge fortan den Untergang des Staates. Gleichwohl verstehe ich mich auch als ErZeuger eines neuen Staates, sobald das Volk fähig ist, sich von seinen Fesseln zu befreien. Dabei bin ich keine gespaltene, sondern eine multiple Persönlichkeit. Team- und Patchwork ist das Wesen meiner UN-Taten.

5 Kommentare

  1. Offensichtlich ist die AfD schon ziemlich so wie man ihr unterstellt, weil doch angeblich die Toleranz die letzte Tugend eines untergehendes Staates ist. Sieht sie sich deshalb als Bewahrer der Intoleranz, um dem Problem so zu begegnen?

    Ein Link zu diesem Beitrag wurde auf der AfD-Facebook-Seite postwendend gelöscht. Auch dort kommen die Moderatoren weder zum Nachsehen, zum Nachlesen und wohl schon gar nicht mehr zum Nachdenken … Überschrift und Bild reicht … und weg.

    Genau das ist für unsre jetzige Zeit symptomatisch. Schwarz oder Weiß (dazwischen nur noch ein großes Nichts oder NoGo) und da scheinen sich ausnahmslos alle Parteien einig zu sein, einschließlich der AfD … die wirklich keine ist … 😉

    • Ja, auch die AfD ist in der Parteilandschaft angekommen und schnappt nur noch so vor sich hin.

      Schaut man sich das Wort „Partei“ einmal vom lateinischen Ursprung „pars“ an, was so viel wie „der Teil“ bedeutet, ist auch klar, dass jede Partei nur ihre Weltanschauung sieht. Durch das Werben ihrer Ansicht, bildet sich dann unsere Gesetzgebung. Schaltet man jedoch diesen Mechanismus aus, so kommt es zuerst zur Teil-Blindheit um dann gänzlich Blind zu werden. Es scheint so, dass gewisse Parteien auch unter der Alterskurzsichtigkeit leiden, ohne jedoch zum Augenarzt zu gehen.

  2. Demokratie 2015 ist relativ. Die einen sehen die AfD als Demokratische Partei, Andere sehen immer noch die etablierten Parteien in dieser Rolle.
    Ich sage, macht Frau Merkel so weiter, landen wir in einer brutalen Diktatur (weil irgendwann und viele Probleme über den Kopf wachsen)oder Europa zerfällt in Anarchie. Dazwischen gibt es nichts mehr.

  3. Im antiken Grichenland wurden politische Entscheidungsträger durch Los ermittelt. Auch Richter wurdem kurz vor der Verhandlung ausgelost. Lobbyismus hatte so keine Chance wie auch Korruption.. Warum soll eine zufällig ermittelte Person weniger Ahnung haben als ein unter fraktionszwang stehender Parteibonze?

  4. Gerade was passendes gefunden:

    Nach AfD-Veranstaltung: Wirt droht Rauswurf
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    MÜNCHEN. Der Brauereikonzern Anheuser-Busch Inbev hat einem Wirtshausbesitzer mit Rauswurf gedroht, weil dieser AfD-Veranstaltungen in seinem Lokal erlaubte. „Wir haben in den vergangenen Jahren mehrfach mit dem Pächter gesprochen und deutlich mitgeteilt, daß wir die Situation genau beobachten und den Auftritt von Rechtsextremisten oder anderen extremistischen Vereinigungen nicht tolerieren werden“, sagte ein Konzernsprecher dem Münchner Merkur.

    Sollte der Gasthofbesitzer der AfD noch einmal erlauben, das Lokal zu mieten, müsse er damit rechnen, daß der Pachtvertrag nicht verlängert werde, teilte die Brauerei mit, der das Gebäude gehört. Während mit anderen Pächtern eine Zusatzklausel vereinbart worden sei, die Vermietungen an „extremistische und populistische“ Gruppen verbiete, weigere sich der Wirt, eine derartige Vereinbarung zu unterschreiben.

    Der Bezirksausschuß des Stadtteils Pasing hatte die Stadtverwaltung zudem aufgefordert, keine weiteren Veranstaltungen in dem Lokal mehr auszurichten. Kritik hatte der Wirt bereits zuvor auf sich gezogen, weil er ein Treffen der rechtsextremen Partei „Die Rechte“ zugelassen hatte.

    Quelle: https://jungefreiheit.de/politik/deutschland/2015/nach-afd-veranstaltung-wirt-droht-rauswurf/

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