Das richtige (Haken)Kreuz entscheidet die Wahl

Die Wahlstrategen haben kurz vor dem Wahltermin am Sonntag das Sagen. Kaum ein Forum hält die Beine still, um nicht auch seinen Senf dazu zu geben (Jeder irrt für sich allein). Dass die Kanzlerinnendarstellerin für klar Denkende – also jene, die nicht in den Betreuungsantalten verwahrt sind und dort dank „betreutem Denken“ nicht mehr selber denken müssen – unwählbar ist, macht das Feld frei für die kleinen Parteien. Seit kurzem zählt auch die SPD dazu. Die dank Chulz schon genügend verbale Umweltverschmutzung begangen hat, sodass auch hier nicht weiter an diesem Grabe geschaufelt werden soll. Über Grüne, Linke und FDP mag sich jeder seine eigene Meinung bilden. Bleibt nur noch die AfD. Da diese jedoch voll Rechts ist, scheint auch diese unwählbar. Bei den restlichen Kleinstparteien kann man frei wählen oder das Wählen gar ganz sein lassen – zumindest erhöht man damit nicht den Topf der Wahlbeteiligung und damit die weitere Parteienfinanzierung.

Allen Einleitungen zum trotz bleibt es ein Kreuz mit dem Kreuz, obgleich diesmal nur eine Margela Schurkel dabei herauskommen kann. Sollten wir jetzt besser einen Haken dafür machen oder eine Kreuz? Viele Menschen sind zurecht verunsichert ob es ein einfaches Kreuz tut, oder vielleicht doch besser ein Doppelkreuz. Reicht es den Kringel auf dem Wahlzettel einfach durchzustreichen? Sollte man den Kringel vorsichtshalber ganz ausmalen? Der Ideenreichtum bei der Abgabe der nichtssagenden Stimme ist gesetzlich kaum reglementiert. Und Leute die ganz auf Nummer Sicher gehen wollen, machen gerne eine Kombi daraus, ein Hakenkreuz.

Schließlich haben wir bereits gelernt, dass man (s)einen Wahlzettel nicht unterschreibt. Das wäre ein Verstoß gegen das Wahlgesetz, weil so ein Zettel klar identifizierbar ist und damit ungültig. Aber ist das nicht auch bei individuellen Kreuzen der Fall? Formal müssten einheitliche Wahlstempel mit Kreuz in der Wahlkabine ausliegen, damit alle Markierungen gleich aussehen. Aber wen interessiert noch das Wahlgesetz, solange die Show gut ist. Wie dem auch sei, wir gehen am Sonntag alle ganz frohgemut zur Wahl und hoffen im Stillen, dass auch unsere Stimme wertig in der Urne verschwindet.

Das richtige (Haken)Kreuz entscheidet die Wahl Wir haben zumindest für die Unwähler die richtige Lösung. Also diejenigen, die AfD wählen, jedoch nicht per Kreuz, sondern mit einem würdevoll gehakten Kreuz. Damit gibt man sein Votum quasi in Gottes Hand. Okay, lediglich in die Hand derjenigen, die die Stimmen auszählen. Aber das ist doch auch schon mal was. Später kann man getrost sagen, man habe gewählt und es der Nazi-Partei mal so richtig gezeigt. Schwenkt das Fähnchen nach der Wahl leicht nach rechts, kann man voller Inbrunst sagen, man habe diesen Wandel aktiv unterstützt. Egal wie es kommt, man rast damit immer auf der Siegesallee!

Durch die geheime Wahl bleibt das Hakenkreuz sogar straffrei, da die „Äußerung“ nicht öffentlich erfolgt. D.h. also, in einem freiheitlich orientierten Land, wie der Bananenrepublik Deutschland, kann man damit selbstredend auch alle anderen demokratischen Parteien wählen. Wer sich vor Hakenkreuzen ekelt, der kann ja auch andere Symbole verwenden. Das richtige (Haken)Kreuz entscheidet die WahlIn Bayern würde man auch einen, wie rechts rechtmäßig markierten Wahlzettel ohne Federlesen korrekt der CSU zuordnen.

In Berlin war man bereits zur Wahl zum Abgeordnetenhaus 2011 auf die Hakenkreuze bestens vorbereitet (Wählen auch per Hakenkreuz? Interpretation des Wählerwillens). Da durften NPD-Wähler entsprechende Kreuzchen machen, galt dieses Zeichen doch als klarer Wählerwillen. Und heute wissen wir durch die Medien ja, dass die AfD die neue NPD ist. Ob in allen Wahlbezirken die Wahlhelfer entsprechend geschult sind, wird sich zeigen. Es kann nicht ausgeschlossen werden, dass besonders treue Wahlhelfer eine der AfD per Hakenkreuz zugebrachte Stimme so in Rage versetzt, dass diese(r) eine Ecke aus dem Wahlzettel herausbeißt und selbigen damit unabsichtlich ungültig macht, sozusagen bissig entstempelt.

Mit dem Großkreuz immer auf der richtigen Seite

Für alle Wähler, die mit ihrem Kreuz auf der ganz sicheren Seite sein möchten und auch gerecht, gilt noch immer das große Kreuz. Da setzt man unten links an und hört oben rechts auf dem großen Zettel auf. Um das Kreuz zu vollenden, wiederholt man den Vorgang von oben links nach unten rechts. Das ist ein kaum zu übersehendes Kreuz und die Wahl-Wachmannschaft wird sich eindeutig an dieses Votum halten müssen und kann nur noch der CDU/CSU zuordnen (oder dem Papierkorb).

Vermutlich ist es auch gar nicht gewollt, dass man sich intensiv mit den ganzen Regularien rund um den Wahlzirkus beschäftigt. Die irreguläre Wahl 2017 anfechten, kann man hier bereits. Am Ende spielen wir Demokratie, wie alle vier Jahre und ob da einer mit Hakenkreuzen spielt, mit Kringelchen, Strichen oder anderen aufwändigen Schmierereien, die schrille Stimme wird genauso wenig gehört werden wie auch bei den vorherigen Wahlen. Aber wir alle sind noch immer wieder fasziniert von diesem zauberhaften Demokratie-Placebo.

Placebo? Und es wirkt doch!

StaatsZeuge
Über StaatsZeuge 41 Artikel
Als StaatsZeuge habe ich das Schwert zur Feder gemacht und bezeuge fortan den Untergang des Staates. Gleichwohl verstehe ich mich auch als ErZeuger eines neuen Staates, sobald das Volk fähig ist, sich von seinen Fesseln zu befreien. Dabei bin ich keine gespaltene, sondern eine multiple Persönlichkeit. Team- und Patchwork ist das Wesen meiner UN-Taten.

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