Der Plot, die Welle – Drehbuch der kommenden Tage

Europa-Erwache-der-Faschissmus-steht-wieder-vor-der-Tuer-Ukraine-Krim-Georgien-Afghanistan-alle-in-EUDer Himmel klärte sich nach viel Regen wieder auf. Für Joe war das Wetter ein Nebenschauplatz, der ihn nicht weiter interessierte. Morgen beginnt das jährliche Oktoberfest und es gab noch viel zu tun bis zu dem Datum an dem die „Party steigt“, so die interne Bezeichnung der Spezialeinsatztruppen der Joe angehört. Routiniert schaut er auf sein Smartphone und checkt die ToDo’s – alles läuft nach Plan. Für heute stehen noch einige Meldungen für die Presse aus. Mike aus dem Team sorgt für passende Bilder an der Grenze, welche über die Nachrichtenagenturen in kürzester Zeit um die Welt gehen. Der passende Text steht bereits. Das einzige was ihm noch Sorgen macht, sind ein paar unkoordinierbare Freigeister, wie er sie nennt. Immer wieder halten sie sich nicht an das Drehbuch, wie sollten sie auch, es ist ja eines der streng gehütetsten Geheimnisse. Joe grinst vor sich hin, mag er doch die kleineren Probleme. Beim letzten großen Job vor gut 14 Jahren, ging auch einiges schief, aber das Backoffice hat bis heute die Meinung unter Kontrolle – so müssen sie halt diesmal auch eine Nachtschicht einlegen, so sein zynischer Gedanke.

Täglich kommen an den Grenzzäunen über 100.000 Emigranten an. Seit einigen Tagen sind diese geschlossen. Joe tippt auf sein Smartphone und es erscheint die Zahl 666.666. Er grinst wieder, wohl wissend, dass seine Jungs gar nicht jeden einzelnen zählen, sondern nur in 10.000er Bündeln. Irgendein Spaßvogel hat da wohl eine luziferische Ader. Mit dem Team, so ist sich Joe sicher, wird der Job diesmal auf ganzer Linie ein Erfolg. Sein Vater wäre stolz auf ihn, begann Joe doch in die Fußstapfen seines Vaters zu treten und einen Plan zu verwirklichen, der nach mehreren Jahrzehnten nun kurz vor der Vollendung steht. Nun steht er in dritter Generation, das zu Vollenden, für das sie alle so hart gekämpft hatten. Seine fehlende Kindheit wiegt das auf, so sagt er immer wieder zu sich selbst. Er wird für den ruhmhaften Abschluss sorgen, soviel steht fest – koste es was es wolle!

Ein Ping auf seinem Smartphone reißt ihn aus seinen Gedanken. Endlich kommt die Nachricht rein, dass auch die letzten Bilder im Kasten sind. Die Bilder zeigen eine Ansammlung von Menschen auf der Flucht, welche gerade einen Grenzzaun umreißen. Ein weiteres ein Bild von drei Flüchtlingen, die just dabei sind den Grenzzaun zu manipulieren. „Hier müssen noch unsere Bildspezialisten ran“, tippt er in sein Smartphone, und weiter „mir fehlt noch ein Rucksack auf dem Bild und der Sprengstoff muss auch noch etwas deutlicher mit ins Bild. Ihr habt zwei Tage Zeit dafür, macht einen guten Job!“. Das Bild wird schließlich einmal als Beweismittel herhalten müssen, denkt er sich insgeheim, aber das hat noch Zeit.

Noch halten die Dämme. Bei diesem Gedanken grinst er diebisch wie ein Sechsjähriger. Es war seine Idee, die er damals als Kind selbst schon erlebt hatte. Beim Strandurlaub hatte er Ebbe und Flut geschickt genutzt und mittels Sandstaudamm das Wasser aufgehalten. Es kam immer mehr Wasser dazu, sein Staudamm hielt jedoch. An ein paar kleinen Stellen gab es Risse und etwas floss vorbei – für ihn aber eine Kleinigkeit, die mit ein wenig Sand wieder behoben war. Dann kam er auf die Idee, das Wasser noch deutlich vor seinem Damm aufzustauen und auf einmal alle Schleusen zu öffnen. Welch eine Kraft entfaltete sich da über sein Werk. Alles wurde weggefegt. Bei dem Bild erinnert er sich zurück an seine Kindheit, es war ein so schöner Moment – wenn auch einer der wenigen. Heute aber profitiert er genau von dieser Erinnerung für eine gute Sache. Es ist der entscheidende Einfall der jahrelanger Vorbereitung bedarf. Nun endlich sind ausreichend viele Menschen auf der Flucht, so dass seine Idee Wirklichkeit werden kann. Nur noch wenige Tage und es sind ausreichend Menschen an der Grenze, nur noch wenige Tage, dann kann die Party richtig steigen!

Die Tage vergehen wie im Fluge und sind keiner weiteren Erwähnung wert. Die Wiesn steigt wie gewöhnlich mit vielen Gästen aus allerhand Nationen. Neue Rekorde werden gebrochen. An den Grenzen kommt es zu kleineren Scharmützeln, jedoch steigt die Anzahl derer, die auf Einlass nach Deutschland warten täglich an. Längst wurde die Millionengrenze erreicht. Joe ist sich sicher, dass die kritische Masse bereits erreicht ist. Von ihm aus kann es schon heute losgehen – aber er hat Order von ganz oben, auf ein bestimmtes Datum zu warten. Es ist der 28. September 2015 – Blutmond steht für diesen Tag in seinem Kalender. Er selbst hält nichts von diesem okkulten Zeugs, aber seine Oberen, die er nie persönlich kennengelernt hat, schwören auf solche Details, sei es drum, sagt er sich, ich bin bereit!

Die Tage bis zum 28.9. vergehen zäh, Nervosität steigt in ihm auf. Gut, dass sein Job bereits am 27. startet, so dauert es nicht mehr ganz so lang. Am 28. dann werden andere den Job machen, sein Job ist dann bereits vorüber. Jetzt gilt es nochmals zu checken, ob die „dumpfen Willigen“ – so nennt er die Statisten, welche beim Job geopfert werden – alle auf Linie sind. Hier verlässt er sich nicht auf sein Smartphone, das ihm bereits grünes-Licht signalisiert hat. Er steigt in seinen Jeep und fährt die 30 KM zum Unterschlupf. Was er dort sieht gefällt ihm sehr. Die „dumpfen Willigen“ sind bestens eingestellt für den morgigen Tag, alles läuft nach Plan. Auf seine Jungs ist Verlass!

Es ist Sonntag, das Oktoberfest in vollem Gange. Die Massen drängen sich an diesem Wochenende wie an kaum einem anderen auf die Wiesn. Seine Willigen sind an Ort und Stelle, doppelt abgesichert für den Fall, das eine Gruppe auffliegt – die Wahrscheinlichkeit ist zwar gering, aber sicher ist sicher. Ein Team fällt auch in der Tat auf und erregt die Aufmerksamkeit einiger Besucher. Bilder werden gemacht und die Sicherheitskräfte informiert. Joe bekommt kurzfristig einen erhöhten Puls, wird alles so laufen wie geplant? Werden sich die Willigen festnehmen lassen um möglichst wenig aufsehen zu erregen, so dass die restlichen Teams wie geplant weiter arbeiten können? Nach kurzer Zeit aber die Meldung, dass sich die Sicherheitskräfte für eine „Stille“ Evakuierung des Geländes entschieden haben. „Diese Idioten“, schreit Joe heraus, „können sie nicht einmal diesen Plan umsetzen!“. Joe tippt den Sicherheitscode in sein Smartphone und aktiviert Plan B. Wenige Sekunden danach gibt es auf der Wiesn mehrere Detonationen. Für Joe ist es nur ein Teilerfolg. Für das Ziel macht es jedoch kaum einen Unterschied, wenn auch die Wirkung nur 80% ist, so werden die Bilder, die gleich um die Welt gehen ihren Zweck erfüllen.

In dem Tumult gehen die restlichen Stunden bis Mitternacht schnell vorüber. Betroffenheit auf der ganzen Welt. Die Täter sind dank der Bilder schnell ausgemacht. Wieder einmal hat der radikale Islam sich von seiner grausamsten Seite gezeigt, so der allgemeine Tenor in der Presse. Die Hintergründe der Tat sind auch sofort parat, wurden doch alle Emigranten ohne Identitätsfeststellung die letzten Wochen in Scharen hereingelassen. Nun haben sich ein Dutzend von ihnen zu diesem Anschlag bekannt.

Es ist Montag, der 28. kurz nach zwei Uhr nachts. Der Mond verfinstert sich, Joe gibt weitere Anweisungen per Smartphone. Er hat noch gut zwei Stunden bis zur totalen Mondfinsternis. Nach den Wünschen seiner Oberen soll er um 4 Uhr 47 die Schleusen öffnen. So lange warten ist nicht sein Ding, kurz nach 3 Uhr gibt er den Befehl. An unzähligen Grenzpunkten werden die Zäune eingerissen. Von gut zwei Millionen Flüchtlingen wird man später in den Medien lesen, die nun ungehindert in die EU stürmten. Durch die tagelange Schikane und das elend lange Warten sind die Emotionen aufgestaut. In der Gruppe von vornehmlich kräftigen Männern mittleren Alters gibt es kein Halten mehr. Alles drängt nach vorne, was im Weg steht, wird niedergerollt … weiter nichts als Kollateralschaden. Genau wie sein damaliges Experiment mit dem Staudamm, es funktioniert noch immer!

Um Gottes Willen Hermann Verschwoerungstheorie Schafe Hund Schaefer Mann kolaborationNoch am gleichen Tag, in den frühen Morgenstunden wird der nationale Notstand ausgerufen. Die Gesetze außer Kraft gesetzt. Die Bevölkerung kann sich nur noch per Fernseher und Radio informieren. Das Internetbackbone ist für die Sicherheitskräfte reserviert. Jeder Einwahlversuch endet mit einem Timeout. Auch das Telefonnetz und Handynetz wird nur für eine Stunde am Tag kontrolliert freigeschaltet. Die Bilder, die nun in der Dauerwiederholungsschlaufe, wie am 11. September 2001, im Fernsehen laufen, sprechen eine klare Sprache ohne Widerspruch. Die Politiker versichern, alles im Griff zu haben und bereits in den USA um Unterstützung nachgesucht zu haben. Unzählige Schützenpanzer, welche noch Wochen zuvor gegen Osten fuhren, seien nach Kern-Europa beordert worden, um für Ruhe und Sicherheit zu sorgen. Die Alternativlosigkeit dieser Maßnahmen bezweifelt anhand der ausgesendeten Bilder niemand mehr – zumindest niemand, der nicht Augenzeuge der wirklichen Geschehnisse ist. Für Joe ist der Job getan. Den Rest erledigt eine andere Abteilung, die schon seit Jahrzehnten auf diesen besonderen Tag wartet und bestens trainiert ist. Es wird ein gutes Ende nehmen, da ist sich Joe sicher, denn erst wenn die USA ihre ordnende Hand über die Welt gelegt haben, sind Frieden und Sicherheit für jeden Menschen möglich. Nicht das erste Mal wurden die Menschen instrumentalisiert, aber diesmal global … und Joe ist ein Held erster Klasse, der sein Heldentum allerdings nur in den eigenen vier Wänden feiern kann, bei einer üppigen Pension für exorbitant gute Dienste! Ein arbeitsreicher Monat geht für Joe zu Ende, dessen Ausklang er in seiner Heimat in Ruhe genießen kann.

StaatsZeuge
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Als StaatsZeuge habe ich das Schwert zur Feder gemacht und bezeuge fortan den Untergang des Staates. Gleichwohl verstehe ich mich auch als ErZeuger eines neuen Staates, sobald das Volk fähig ist, sich von seinen Fesseln zu befreien. Dabei bin ich keine gespaltene, sondern eine multiple Persönlichkeit. Team- und Patchwork ist das Wesen meiner UN-Taten.

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