Erdoğan greift durch: Döner vor dem AUS!

Plakat-Partei-Doener mach schoenerGehen die Argumente aus, beginnen bekanntlich die Drohungen. Dass es in der türkisch-deutschen Beziehung nicht immer herzlich zugeht, ist hinlänglich bekannt. Die verbalen Angriffe auf die Souveränität und absolutistische Autarkie des türkischen Staatsmannes Recep Tayyip Erdoğan sind hier nur der Fixpunkt, um den sich der schwelende Streit nunmehr dreht. Zwar hat sich die Bundeskanzlerin Frau A.D. Merkel bereits offiziell für das oft erwähnte Schmähgedicht eines Herrn Böhmermann entschuldigt, aber das wird nicht aller Erfahrung nach nicht reichen. Auch der Umstand, dass die Sendung umgehend aus dem digitalen Gedächtnis der Welt entfernt wurde, trug nicht zur Befriedung der überaus angespannten Situation bei.

Es darf auch bezweifelt werden, ob eine zeitnahe Auslieferung des Herrn Böhmermann an die Türkei – unter gleichzeitigem Entzug der deutschen Staatsbürgerschaft – Gras über die Sache verrauchen lässt. Aber diese Option steht natürlich in einem Rechtsstaat wie dem unsrigen nicht zur Verfügung. So bleibt es also dabei, die Drohkulisse weiter zu perfektionieren. Erdoğan hat inzwischen ein weiteres Druckmittel ausfindig machen können, ein Heiligtum mit dem er nun schonungslos die gesamte deutsche Bevölkerung terrorisieren kann: die unzähligen Dönerbuden in Deutschland.

Es steht zu befürchten, dass diese ab nächste Woche bundesweit auf Geheiß des unantastbaren Döner-King Erdoğan geschlossen werden müssen, was ein himmelschreiender Eingriff in die Fleisch-Versorgungskette der deutschen Bevölkerung wäre. Sicherlich bleiben noch einige kurdisch geführte Dönerimbisse geöffnet, in denen es auch weiterhin Yufkas zu kaufen gibt. Ob aber diese Oppositionellen für die landesweite Versorgung ausreichen werden, bezweifelt inzwischen sogar unsere Regierung.

Bevor es aber soweit kommt, wird die „Initiative Friedensmarsch für die Türkei-AYTK“ am Sonntag, dem 10. April, bundesweit aufmarschieren. Die türkische Losung gibt bereits einen ersten thematischen Einblick „Alles für das Vaterland – Märtyrer sterben nicht, das Vaterland kann nicht geteilt werden“. Inwieweit nach der Demo in der kommenden Woche dann noch kurdische Imbisse existent sein werden, ist äußerst fraglich. Die Botschaft, an diese Bevölkerungsrandgruppe ist mehr als deutlich.

Unsere Regierung ist angesichts der sich abzeichnenden Döner-Krise natürlich nicht untätig. Wie wir aus dem von Frau Schwesig geleiteten Ministerium „Alles-außer-Männer“ erfahren haben, ist es jedoch in so kurzer Zeit nicht möglich, den Frauen wieder das Selber-Kochen beizubringen. Auch von dem – bisher völlig unbekannten – Christian Schmidt, dem es wichtig ist „Brücken zu bauen zwischen Landwirten und Verbrauchern – für ein besseres Verständnis“ hören wir, dass er noch zu sehr mit dem Bauen von Brücken beschäftigt ist und so kurzfristig keinen Rat weiß. Er verwies zwar auf die US-geführten Schnellrestaurants, wollte diesen Tipp aber angesichts zu erwartender Verwicklungen mit der Türkei nicht offiziell auf seiner Webseite, die des Bundesministeriums für Ernährung und Landwirtschaft, publizieren.

Die Angelegenheit mutiert zur Chefsache. Es bleibt also nur unsere Bundesmutti als Retterin der Nation. Wir baten um ein Interview und bekamen kurzerhand die Möglichkeit per Chat die lebenswichtigsten Fragen zu stellen:

SZ: Waren die bisherigen Drohgebärden aus Ankara eher abstrakt, so trifft die neuerliche Ankündigung, der deutschen Kultur den Döner zu entreißen, uns alle unvermittelt ins Mark.
AM: Gewiss, es wird einige Umstellungen geben. Wir sind aber noch in Verhandlung mit der türkischen Regierung.

SZ: Wie sehen die Verhandlungen konkret aus?
AM: Die offene Streitfrage ist einzig, wer den Imbissbetreibern den Ausfall ihrer Einnahmen bezahlt und wie hoch diese ausfallen.

SZ: Wie bitte? Wir zahlen aus Steuergeld noch dafür, dass wir um unser Mittagessen gebracht werden?
AM: Das ist noch nicht beschlossen … aber ja, wir müssen uns um unsere Gastarbeiter kümmern, dazu sind wir verpflichtet …

SZ: Ich hätte jetzt eher vermutet, man baut ebenfalls eine Drohkulisse auf …
AM: Was hätten wir denn da für Möglichkeiten?

SZ: Ich denke da z.B. an das Deutsch-Türkische-Sozialversicherungsabkommen, welches es einem türkischen Gastarbeiter ermöglicht, seine in der Türkei verbliebene Familie beitragsfrei in Deutschland mitzuversichern.
AM: Ähmm … nein, daran sind keine maßgeblichen Änderungen geplant.

SZ: Dann wollen Sie also weiterhin einfach immer mehr Geld in eine Partnerschaft stecken, die keinerlei Zukunft hat?
AM: Was ist schon Geld, wenn es um den Weltfrieden geht!

SZ: Wir können aber doch nicht immer den Forderungen von Herrn Erdoğan nachgeben.
AM: Wieso denn nicht?

SZ: Wie stehen wir denn da, wenn die zunächst auf 3 Milliarden Euro festgelegte Summe für die syrischen Flüchtlinge einfach verdoppelt wird und wir dies klaglos akzeptieren?
AM: Bestens. Geben ist seliger denn nehmen!

SZ: Vor kurzem hörten wir aus Erdoğans Mund, dass es Versprechungen gab, die bisher nicht eingelöst wurden. Und weiter sagte er: „Wir haben großen Dank für unser Handeln gegenüber den Flüchtlingen und den Kampf gegen den Terrorismus erhalten. Aber wir machen dies nicht wegen des Danks.“
AM: Darum sind wir auch bereit, an die 6 Milliarden im Bedarfsfall noch eine Null dranzuhängen. Mit Nullen kenne ich mich schließlich aus 🙂

SZ: Uns fehlen die Worte. Wohin soll das alles führen?
AM: Jetzt machen sie sich mal keine Gedanken. Wir schaffen das!

<ENDE des Chats>

Schon bei dem seltsamen Flüchtlingsdeal, in dem die Türkei für einen aus Griechenland zurückgenommenen Flüchtling einen in der Türkei registrierten Flüchtling (nach türkischer aUS-Wahl!) in die EU weitergeben darf, hatten wir gewisse Verständnisprobleme. Vor allem bei den im Gegenzug zugesagten Versprechen wie der Visumsfreiheit oder der Aufnahme der Türkei in die EU.

Wenn Sie entscheiden dürften, welchen Flüchtling sie im Gegenzug abgeben – welchen würden sie dann (aUS)wählen: einen eher unauffälligen oder eher den, der ihnen schon Ärger bereitet hat? Oder vielleicht doch einen, den sie lieber aus ganz anderen Erwägungen heraus innerhalb der EU sehen möchten? Wie geht es ihnen dabei? Machen Sie sich auch Gedanken oder sind sie bereits beim Abdanken?

Unsere Gesellschaft wird von Verrückten geführt, für verrückte Ziele. Ich glaube wir werden von Wahnsinnigen gelenkt, zu einem wahnsinnigen Ende, und ich glaube ich werde als Wahnsinniger eingesperrt, weil ich das sage. Das ist das wahnsinnige daran.
(John Lennon)
… wurde anderes erledigt …

StaatsZeuge
Über StaatsZeuge 41 Artikel
Als StaatsZeuge habe ich das Schwert zur Feder gemacht und bezeuge fortan den Untergang des Staates. Gleichwohl verstehe ich mich auch als ErZeuger eines neuen Staates, sobald das Volk fähig ist, sich von seinen Fesseln zu befreien. Dabei bin ich keine gespaltene, sondern eine multiple Persönlichkeit. Team- und Patchwork ist das Wesen meiner UN-Taten.

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