Moderner Ablasshandel – so alternativlos wie Merkel

Moderner Ablasshandel – so alternativlos wie Merkel! Wir kommen aus dem Staunen kaum mehr heraus, so schnell drehen wir uns derzeit um unsere eigene Achse (des Guten). Es lohnt sich nicht, den Mund wieder zu schließen … in zu schneller Folge kommen die Schocker auf uns zu. Ging man früher dafür ins Kino und konnte bei einem der Alfred Hitchcock-Filmen die Kinnlade für gut eine Stunde geöffnet halten, laufen wir inzwischen unser ganzes Leben nur noch in diesem Zustand herum. Wer jetzt auch noch bei der Zahnsanierung gespart hat, der gibt seinen Mitmenschen gleich mehrere Gründe, die Kinnlade unten zu lassen. Nun ist aber Schluss damit!

Wenn wir vom Handeln ablassen wollen, hilft der Ablasshandel

Es wird Zeit, wieder etwas für sein ureigenes Seelenheil zu tun. Nachdem die sozialen Netzwerke immer noch keinen Profit aus den millionenfachen Likes holen, muss zur Überbrückung der altbewährte Ablasshandel wieder eingeführt werden. Nur so sollte es in kurzer Zeit möglich sein, unsere Kinnlade wieder mit gutem Gewissen schließen zu dürfen, so dass sich unsere Kiefermuskulatur endlich wieder etwas entspannen kann. Nun stellt sich die Frage, wie man möglichst viele Menschen für den erwähnten Ablasshandel begeistern kann? Nachdem die frühere Institution auch an Gläubigerschwund leidet, muss die Verteilung der Ablassbriefe einen anderen Weg gehen. Bleiben wir bei den tributpflichtigen Gottheiten, diesmal bei der aktuell amtierenden: dem Mammon! In einem bisher noch nie dagewesenen Freiheitsgrad können die Menschen nun selbst bestimmen, wieviel Ablass ihnen ihr Gewissen wert ist. Dazu nehme man einen beliebigen Euro-Schein und eine Schere, setzte diese an der passend zu wählenden Stelle an und durchtrenne den Schein mit einem herzhaften „Jaaahhhhh!“. Um sich nochmals klar zu machen, wieviel einem ein reines Gewissen wert ist, besehe man nun die zwei Teile, nehme den geeigneteren von beiden und führe ihn feierlich über die bereits entfachte Flamme. Diesen Freudenspender des Lichts darf man in vollen zügen genießen. Mit dem Verschwinden des Geld- und Lichtscheins verschwindet auch schlagartig unser schlechtes Gewissen … was aber noch wichtiger ist: gleichzeitig löst sich auch ein Teil unserer monetären Schuld in Wohlgefallen auf.

Voltaire • Um herauszufinden wer über dich herrschtSollte niemand meinen, der Ablasshandel hätte nicht auch echte Gewinner an seiner Seite. War es im Mittelalter vorzugsweise die Kirche, die sich auch heute noch an dem damaligen (un-)Vermögen erfreut, so ist es heutzutage der Staat. Endlich geht der EURO seiner wahren Bestimmung entgegen und offenbart dazu noch seinen wahren Wert, den inneren(Heiz-)Wert. Nebenbei wird immer klarer, welchen unglaublichen Nutzen Bargeld besitzt, kann dieses doch direkt in Licht und wohlige Wärme verwandelt werden. Wenn da nicht die Herzen der Geld-Schein-Inhaber höher schlagen?

Solch destruktives Handeln ist nicht jedermanns Sache – und den meisten Frauen fällt dieses Verhalten noch schwerer. Viel leichter fällt es einfacher, zu warten. Denn alleine durch das Zuwarten können wir die Kaufkraft unseres geliebten EUROs auch halbieren – dazu sind keine zehn Jahre vonnöten. Wer gar kein Geld für den Ablasshandel aufbringen mag, dem bleibt als direkter Ausgleich nur, eine der Satire-Sendungen anzusehen, dazu von Herzen aber wohl konditioniert über dasselbe zu lachen, was ihm selbst schadet. Damit ist zumindest ein temporärer Ausgleich geschaffen. Wem das Lachen zuhause vor der Glotze bei einer dieser politischen Satire-Sendungen im Halse stecken bleibt, dem sei angeraten, in das Soziale-Zwangslachen-Programm mit einzusteigen und sich eine der Sendungen live anzusehen, denn in der (kranken) Gemeinschaft leidgeplagter fällt dieser Schritt um vieles leichter. Vor allem, wenn man Eintrittsgeld für das soziale Zwangslachen berappt hat, was ja dann auch eine Form des Ablasses ist – womit wir mittels der Rekursivschlaufe schon wieder beim Ablasshandel angekommen sind, der sich gemäß merkel’scher Syntax als alternativlos entpuppt!

das_sterbende_herz_transDer Ablasshandel ist also in besonderer Art alternativlos. Führt uns dieser von unserem Zentrum über einen Bogen nach links (= rationale Seite) zuerst Aufwärts (= Anfangs-Euphorie und Freude sich seiner „Schuld“ entledigt zu haben), so folgt bald darauf der Abstieg (= Alltagssorgen / Klarheit, dass mit einer Ablasszahlung beltz_matthias_hoffnungslosigkeit__trostlosigkeit__aussichtslosigkeit__begleitung_deutschland_demokratie__kabarett__sauspiel__schauspiel_politik__gesellschaft_qpressnicht die Probleme verschwunden sind). Das gleiche Verhalten zeigt sich erstaunlicherweise auch beim Konsum der alternativ ins Spiel gebrachten politischen Satire-Sendungen: aus der Mitte heraus steigen wir nach rechts auf (= emotionale Seite), um alsbald wieder abzufallen, sobald uns klar wird, über was wir da gerade gelacht haben. So wie beides – der Ablasshandel und das Satire-Amusement – aus der Mitte heraus getrennte Wege gingen, so kommen sie am Ende doch wieder zusammen. Nun aber nicht mehr in der Mitte, sondern am unteren Ende. Wir schaufeln uns damit (herzlichst) unser eigenes Grab – das Grab der Hoffnungslosen. 

 Ablasshandel bedeutet nicht vom Handeln abzulassen!

Der vermeidlich einfache Weg über den Ablasshandel führt uns nur selten, eher nie, zum Ziel. Erst, wenn wir selbst das Handeln beginnen, entkommen wir dem Ablasshandel. Erst wenn uns klar wird, über wen – wenn nicht über uns selbst – wir in den politischen Satire-Sendungen lachen, ist die Grundlage zum Handeln gelegt. Solange wir nur aus Reflex, Verlegenheit, Geselligkeit,  oder aus schierer Verzweiflung mitlachen, muss erst noch der Punkt erreicht werden, in dem uns das Lachen gründlich vergeht. Aber wie kann dieses Handeln konkret aussehen? Letztendlich sind wir doch jeweils nur ein kleines Rädchen in einem großen Getriebe – aber genau hier setzt die Wirkung ein. Auch ein kleines Rad kann viel bewirken, wenn es direkt ein großes Rad antreibt. Bei dieser Übersetzung werden ungeahnte Kräfte (dank Drehmoment) frei. Ein solches großes Rad wählen wir aus unseren jeweiligen Wahlkreisen für vier Jahre in den Bundestag. Welcher MdB ihren Wahlkreis vertritt, können Sie an dieser Stelle (http://www.bundestag.de/abgeordnete) erfahren. Nun haben Sie schon das große Rad lokalisiert, dass nur noch in Schwung kommen muss. Hierzu bedarf es jedoch vieler kleiner Räder – sprich SIE! Teilen Sie ihrem Volksvertreter doch einmal mit, was sie von seinem Abstimmungsverhalten im Bundestag halten – ob er tatsächlich in ihrem Sinne handelte, oder doch eher nicht. Teilen Sie ihm auch konstruktiv mit, in welchen Punkten Sie es anders sehen – das schärft die Welt- und Weitsicht ihres MdB.

Da bleibt noch die Frage, wie man diesen Impuls auf das MdB-Räderwerk überträgt? Neben einem guten alten Brief oder der modernen eMail (beide Adressen finden sich in den Kontaktdaten obiger Seite des Bundestags) kann man den einen oder anderen auch persönlich kontaktieren – sonst wäre es auch völlig überflüssig, einzelne Wahlkreise zu unterhalten. Bei den kurzen Wegen ist es auch möglich, dass man sich in einer Gruppe vor Ort (am Wohnsitz des Volksvertreters) trifft und durch einfache Plakate (z.B. grüner Daumen hoch oder roter Daumen runter) seine Meinung kund tut. Wie wichtig es für unsere Volksvertreter ist, Kurs und Stimmung direkt aus der Mitte der Bevölkerung nach Berlin zu tragen, ist nicht zu unterschätzen. Fällt diese (positive wie auch negative) Rückmeldung aus, so fühlen sich besagte MdB zu schnell Ihresgleichen oder dem Fraktionszwang verbunden, statt den Bürgern/Wählern. Sein Deutungs- und Definitionsraum begrenzt sich dann auf das, was wir täglich im Stillen kritisieren. Daher handeln sie lokal und denken sie global. Ein Ablasshandel kann das Handeln nicht ersetzen … und auch den Kuhhandel sollten wir unterbinden.

Nicht dass es irgendwann einmal in den Geschichtsbüchern heißt: „Wir waren das Volk“ … und dank der nachhaltigen Passivität am Ende nur mehr ein Häufchen Elend. Wenn wir nichts ändern, den Passiv-Modus nicht abschalten und im Kleinen etwas tun, dann werden wir Zuschauer großartiger, uns überrollender Ereignisse … selbstredend mit offener Kinnlade, wie immer!

Der moderne Ablasshandel ersetzt nicht das eigene Handeln!

StaatsZeuge
Über StaatsZeuge 41 Artikel
Als StaatsZeuge habe ich das Schwert zur Feder gemacht und bezeuge fortan den Untergang des Staates. Gleichwohl verstehe ich mich auch als ErZeuger eines neuen Staates, sobald das Volk fähig ist, sich von seinen Fesseln zu befreien. Dabei bin ich keine gespaltene, sondern eine multiple Persönlichkeit. Team- und Patchwork ist das Wesen meiner UN-Taten.

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